Eurasier

 
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Grundfarben



Die Fellfarben

Sie sind schon ziemlich bunte Hunde, unsere Eurasier. Da gibt es rote, graue, schwarze und mehrfarbige Tiere, eine Fellfarbe schöner als die andere. Wer bei den Welpenvermittlungen der Zuchtvereine anfragt, hat oft schon sehr genaue Vorstellungen von der Fellfarbe seines Wunscheurasiers: ein roter Rüde soll es werden, oder eine wolfsgraue Hündin, mit Fuchsmaske oder mit schwarzer Maske... Zugegeben, es klappt nicht immer mit der Wunschfarbe, aber in aller Regel avanciert die Fellfarbe des eigenen Welpen zur neuen Lieblingsfarbe. Bei all dieser Vielfalt ist es um so erstaunlicher, dass bis vor kurzem noch völlig unbekannt war, wie all die bunten Fellfarben genetisch zustandekommen. Bei vielen Rassen gibt es schon seit Jahren tolle Schaubilder und Kreuzungsschemata, die genau darlegen, welche Farben in einem Wurf zu erwarten sind, wenn die Elterntiere diese oder jene Fellfarbe haben, z. B. bei Collies oder Labrador Retrievern. Nicht so jedoch beim Eurasier! Statt dessen gibt es eine Reihe weit verbreiteter Vorstellungen und Gerüchte. "In jedem Wurf können im Prinzip alle Farben fallen" ist eines davon, oder "Die Fellfarben eines Wurfes können nicht vorhergesagt werden", "Weiße Eurasier könnten taub oder blind sein, wenn nicht in der ersten, dann doch zumindest in den folgenden Generationen..." oder "Bei keiner anderen Rasse gibt es so viele verschiedene Fellfarben". All diese Sprüche haben eines gemeinsam - sie stimmen nicht oder sind lediglich teilweise korrekt. Diese Gerüchte auszuräumen ist das Ziel, das ich mit dieser Website verfolge.

Bei all der Vielfalt ist es vieleicht erstaunlich zu hören, dass es beim Eurasier im Prinzip nur fünf verschiedene Grundfarben gibt: Rot, Grau, Schwarz-marken und Schwarz, sowie Weiß als nicht zugelassene Farbe. Die Namen sind willkürlich gewählt, es gibt bis heute keine einheitlichen Nomenklatur für Fellfarben bei Hunden, beim Eurasier verwenden sogar die Vereine teilweise jeweils unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Fellfarbe. Ich hätte auch Falben, Wildfarben, Schwarz mit Abzeichen und Crème schreiben können; bei Schwarz hält sich das Namenschaos dankenswerterweise in Grenzen. Größtenteils, zumindest, aber dazu später mehr.
Die Einteilung der Grundfarben entsteht aus dem Zusammenspiel der beiden Pigmentstoffe Eumelanin und Phäomelanin, wobei Eumelanin den schwarzen, Phäomelanin dagegen den gelben Farbstoff bezeichnet. Die Grundfarbe wird davon bestimmt, wann und wo welcher dieser beiden Pigmentstoffe in den Pigmentzellen, den Melanozyten, gebildet und ins Haar eingelagert wird. So ist jede Grundfarbe eindeutig und zweifelsfrei bestimmbar, zumindest beim Eurasier, andere Rassen sind da nicht so kooperativ.
In den Pigmentzellen kann nur jeweils einer der beiden Pigmenttypen hergestellt werden, entweder Eumelanin, oder Phäomelanin, niemals jedoch beide gleichzeitig! Daher müssen Pigmentzellen ihre Prodkution komplett umstellen, wenn sie den Pigmenttyp wechseln wollen. Das Signal für diesen Wechsel erhält die Zelle von Molekülen außerhalb der Zelle, diese werde ich gleich noch näher vorstellen.

Zurück zu den Grundfarben:
Bei einem roten Eurasier steht das Signal für die Pigmentbildung fast überall auf "Phäomelanin", also den gelben Farbstoff. Lediglich die Haarspitzen können schwarz sein, auch kann zwischen all den roten Haaren auch ein mehr oder weniger großer Anteil an komplett schwarzen Haaren stecken, aber der überwiegende Teil an Deckhaaren bei einem roten Hund enthält größtenteils Phäom
elanin. Das kann mal mehr Phäomelanin sein, mal weniger oder auch mal so gut wie überhaupt keines, aber immer ist der Anteil schwarzer Haare im Fell absolut überschaubar.
Dieser Hund rechts hat so gut wie keinen Schwarzanteil im Fell, lediglich die Vibrissen am Fang und über den Augen sind schwarz, auch unter dem Kinn und vereinzelt entlang der Rückenlinie und an den Ohren gibt es schwarze Haare. Bei ihm handelt es sich um einen typischen roten Hund, so wie man ihn sich so vorstellt. Die Farbbezeichnung dagegen lautet "rot-falben", aufgrund der helleren Abzeichen. Unserer Definition nach lautet seine Grundfarbe jedoch klar und eindeutig "Rot"! Auch falbenfarbene Eurasier besitzen die Grundfarbe Rot. Ein roter Hund kann eine schwarze Maske tragen, oder eine Fuchsmaske oder auch überhaupt keine Maske, nichts davon ändert seine Grundfarbe. Wichtig für die Bestimmung eines roten Hundes ist die Farbe an den Vorderläufen und am Unterschenkel: sie ist grundsätzlich identisch mit der Körperfarbe, es gibt dort keinen dunklen Streifen. Niemals, wirkli
ch nie! Diese Streifen sind typisch für graue Eurasier, also für wolfsgraue oder wolfsfarbene Tiere.
Bei dem Hund links im Bild zieht sich der Streifen entlang der Unterarme bis zur Handwurzel (aber nicht weiter), der Oberschenkel ist bis über die Mitte hinaus ebenfalls dunkel. Ein Hund mit diesen  Abzeichen besitzt entweder die Grundfarbe Grau oder Schwarz-marken. Dieser Hund ist ohne Zweifel grau. Kopf und Halskrause sind nicht durchgängig schwarz, die Rutenoberseite zeigt im Bereich der Supracaudaldrüsen einen schwarzen Fleck (den ka
nn man auf dem Bild nicht sehen, da bei der Ringelrute des Eurasiers die
Rutenunterseite nach oben zeigt), auch die Rutenspitze ist schwarz abgesetzt. Bei anderen Rassen können die Streifen auch mal fehlen oder sehr schwach ausgeprägt sein, wie beispielsweise bei vielen Deutschen Schäferhunden oder Siberian Huskies. Bei einem grauen Eurasier sind sie jedoch immer vorhanden.
Bei einem Eurasier mit der Farbe Schwarz-marken kann man eine klare Trennung zwischen schwarzen und nicht-schwarzen Arealen erkennen. Die nicht-
schwarzen Bereiche, in denen fast ausschließlich Phäomelanin im Fell sichtbar ist, befinden sich immer an fest definierten Stellen: am Fang, über den Augen, an den Läufen, an der Brust, am Bauch, rund um den Anus und an der Rutenunterseite. Diese Abzeichen, auch Wildfarbigkeitsabzeichen genannt, haben rote und graue Hunde auch, nur sieht man sie bei ihnen schlechter.
Der Hund rechts zeigt diese Verteilung sehr deutlich. Die Farbintensität der Marken reicht von tiefrot bis hin zu quasi weiß. Niemals dürfen sie mit weißen Abzeichen aufgrund fehlender Pigmentzellen verwechselt werden (der Grund, weshalb ich die Bezeichnung "Schwarz mit Abzeichen" für etwas unglücklich gewählt halte). Auch die Größe der Marken kann variieren, insbesondere am Kopf können sie auch fehlen - dann nämlich, wenn ein Hund zusätzlich eine schwarze Maske besitzt.
Ein schwarzer Hund ist, nun ja, schwarz. Von der Nasen- bis zur Schwanzspitze. Die Unterwolle kann heller sein, auch sind ein hellerer Streifen hinter der Schulter und hellere Hosen und Rute nicht ungewöhnlich. Oft zeigen schwarze Hunde einen deutlich rötlich-braunen Schimmer, dieser kann mehrere Ursachen haben; meistens handelt es sich um eine pure Alterserscheinung der einzelnen Haare, insbesondere kurz vor dem Fellwechsel is
t der Rotschimmer oftmals sehr ausgeprägt. Auch kann es sich um eine simple Unterversorgung mit den Aminosäuren Tyrosin - dem Grundbaustein für die Pigmentstoffe - oder Phenylalanin handeln. Diese können durch einen Anpassung des Futters, insbesondere durch einen höheren Fleischanteil, behoben werden. Schwarz hat die Besonderheit, dass es zwei unterschiedliche genetische Wege gibt, diesen Phänotpy zu erzeugen, beide gibt es beim Eurasier, wobei eine deutlich häufiger ist als die andere. Phänotypisch sind die beiden Formen in aller Regel nicht voneinander zu unterschieden, es gibt eine Ausnahme, auf die ich später noch einmal zurückkommen werde. Generell kann man sagen, dass Schwarz die seltenste der zugelassenen Fellfarben beim Eurasier ist. Dies liegt wohl zum einen an der eher geringen Popularität (warum eigentlich?), zum anderen aber auch daran, dass die heute hauuptsächlich vertretene Form von Schwarz rezessiv gegenüber allen anderen bisher genannten Grundfarben ist.
Zum guten Schluss gibt es noch, wenn auch sehr selten, weiße Eurasier. Der Begriff "Weiß" ist dabei bisweilen etwas irreführend, da nur die wenigsten tatsächlich so blütenweiß sind, wie es der Name vermuten lässt. Bei einem weißen Eurasier wird ausschließlich Phäomelanin gebildet und ins Haar e
ingelagert, anders als rote Hunde sind hier keinerlei schwarze Fellbereiche zu entdecken. Die Vibrissen sind weiß, die Krallen sind hell, Lefzen und Pfotenballen sollten schwarz sein. Der Nasenspiegel ist beim jungen Hund schwarz, es ist aber völlig normal, wenn er im Laufe des Lebens oder abhängig von den Jahreszeiten aufhellt. Eine sogenannte "Schneenase" im Winter ist eher die Regel als die Ausnahme, bei Hunden, die bereits einige Jahre alt sind, bleibt der Nasenspiegel oft das ganze Jahr über mehr oder weniger rosa. Die Fellfarbe selber kann von weiß über crème bis hin zu rötlich variieren, entscheidend für die Bestimmung der Fellfarbe ist die Tatsache, dass die Hunde weiß geboren werden, ohne den für alle Eurasier typischen schwarzen Aalstrich (Dieser Aalstrich kann bei roten Hunden zu einer schwarzen Rutenspitze und dunklen Ohren zusammengeschrumpft sein, dies zählt immer noch als Aalstrich.). Auch sind Lefzen, Nasenspiegel und Pfotenballen meist bei der Geburt noch vollkommen rosa, die Pigmentierung dieser Bereiche erfolgt in der ersten Lebenswoche. Nicht verwechselt werden darf Weiß mit Weißgescheckt! Diese beiden Fellfarben haben absolut nichts miteinander zu tun!

Zusammenfassung: bei aller Farbenvielfalt gibt es im Prinzip beim Eurasier nur vier verschiedene Grundfarben: Rot, Grau, Schwarz-Marken und Schwarz, dazu als fünfte, nicht zugelassene Grundfarbe Weiß. Bei allen weiteren bekannten Fellfarben wie Falben, Wolfsfarben, oder auch Gescheckt und Leberfarben handelt es sich ausschließlich um Variationen dieser Grundfarben! Jeder Eurasier kann eindeutig einer Grundfarbe zugeordnet werden.

Im nächsten Kapitel geht es dann ans Eingemachte - die Genetik!





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18.03.2017 Neue Seite: Fusselmonstereien
 
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